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8 Apr |
Ostern und Weihnachten an einem Tag Heute in der Sprechstunde
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Man kann so lange Hausarzt sein wie man will: Es gibt immer wieder Überraschungen. Heute war so ein Tag. Gleich drei Dinge, die man, wenn überhaupt, nur ausnahmsweise als Hausarzt erlebt, sind mir an einem Tag widerfahren.
1. ein Patient besucht mich an seinem 65. Geburtstag
2. ein Patient hat mit dem Rauchen aufgehört und
3. ein Patient hat sein Leben umgestellt.
Ich gebe zu, jedes einzelne dieser Erlebnisse ist nicht besonders erschütternd oder überwältigend, aber lesen Sie weiter:
Patient Nr. 1 saß an seinem 65. Geburtstag in meiner Sprechstunde und brauchte ein Wiederholungsrezept. Dieser Grund war allerdings vorgeschoben, mitteilen wollte er mir etwas anderen. Er eröffnete mir, dass er gerade den letzten Arbeitstag seines Lebens beendet habe. Zwar sei es kein voller Arbeitstag mehr gewesen, sein Chef hätte ihm den Nachmittag erlassen, aber nun sei sein Arbeitsleben beendet. Warum ist das so ungewöhnlich? Ehrlich gesagt, ich erlebe wenig Menschen, die tatsächlich bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten. Dieses Ende eines Arbeitslebens fiel mir richtig auf. weiterlesen
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15 Sep |
Harmlose Naturheilmittel? Heute in der Sprechstunde
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Heute in der Sprechstunde habe ich wieder einmal zu hören bekommen, womit sich ein Hausarzt beinahe täglich auseinandersetzen muss.
„Schreiben Sie mir bitte nur ein harmloses Naturheilmittel auf. Ich möchte für mein Kind lieber ein paar Globuli statt der Chemie aus der Pharmaindustrie.“
Diese Aussage birgt gleich drei Trugschlüsse:
1. sind nicht alle Naturheilmittel harmlos. Im Gegenteil, aus Fingerhut oder Tollkirsche gewonnene Medikamente können ausgesprochen giftig sein und tödliche Herz-Kreislaufreaktionen hervorrufen. Johanniskrautpräparate machen lichtempfindlich, efeuhaltige Hustensäfte können Allergien auslösen und, und, und…
2. sind Globuli keine naturheilkundlichen Arzneien sondern homöopathische. Der Unterschied ist ungefähr so groß, wie der Unterschied zwischen einer Operation und einer Akupunktur. Über die Wirksamkeit homöopathischer Substanzen wollen wir an dieser Stelle nicht streiten. Mein Grundsatz dazu heißt: Wer heilt, hat Recht!
3. ein weiterer Irrglaube ist die Annahme, Naturheilmittel seien nichts Chemisches. Natürliche Substanzen sind reine Chemie – Biochemie. Überdies kann man davon ausgehen, dass naturheilkundliche Arzneimittel in nichts anderem als in Fabriken unter Zuhilfenahme von chemischen Prozessen hergestellt werden, wenn sie in solchen Mengen gebraucht und verbraucht werden, wie beispielsweise Hustensaft auf Efeubasis oder Johanniskrautpräparate. weiterlesen
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31 Jul |
Normalgewicht schont auch den Rücken anderer! Heute in der Sprechstunde
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Normale Hausarzt-Woche geht zu Ende
Der Zufall (oder ist es kein Zufall?) wollte es, dass ich diese Woche allein vier Patienten der helfenden Zunft arbeitsunfähig schreiben musste. Alle vier klagten über Beschwerden in der Wirbelsäule. Das wäre an sich nichts Besonderes, denn viele Deutsche leiden an Schmerzen im Bereich ihrer Wirbelsäule. Besonders war in diesem Fall, dass diese vier speziellen Patienten sich jeweils akute Schmerzen zuzogen, weil sie selbst Patienten geholfen hatten.
Eine Intensivschwester hatte sich beim Umlagern (Rücken waschen, Bett neu beziehen) eines stark übergewichtigen Patienten den Rücken “verknackst” und konnte kaum noch Luft holen (BWS-Blockade).
Ein Krankenpfleger wollte einen adipösen Schlaganfallpatienten aus dem Rollstuhl heben - Hexenschuss!
Ein Krankenwagenfahrer Sanitäter verhob sich unglücklich, als er mit einem Kollegen eine massiv übergewichtige Frau aus deren Wohnung in den Krankenwagen tragen wollte.
Eine Krankenschwester auf einer bauchchirurgischen Station wollte helfen, einen extrem adipösen Patienten durch die OP-Schleuse zu hieven - Hexenschuss!
Diese Bespiele aus einer normalen Woche Hausarzt-Leben zeigen, dass Übergewicht nicht nur einem selbst schaden kann, sondern auch denjenigen, die sich im Krankheitsfall um einen kümmern (müssen).
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16 Apr |
aut idem - Verunsicherung der Patienten bleibt Heute in der Sprechstunde
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Die unglückselige aut-idem-Regelung ist seit über einem Jahr in Kraft und die Verunsicherung der Patienten nimmt kein Ende.
Als Hausarzt erlebe ich in der Sprechstunde immer wieder erschreckende Folgen der aut-idem-Regelung.
Heute musste ich feststellen, dass eine meiner Patienten seit Wochen überhaupt keine Medikamente mehr eingenommen hat. Nicht ohne Grund war sie der Meinung, dass ihre Apotheke jedes Mal andere Pillen auf ihr Rezept hin ausgeben würde. Bevor sie etwas Falsches schluckte, wollte sie lieber gar nichts einnehmen, offenbarte sie ihrem Hausarzt heute. Die Beteuerungen der Apothekerin nützten da wenig, schließlich gilt für sie das, was der Hausarzt verordnet. Die Folgen waren unübersehbar: Der Blutdruck der Patientin war katastrophal hoch, die Beine geschwollen und die Atmung eingeschränkt. weiterlesen
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12 Feb |
aut idem - Das Kreuz mit dem Kreuz (Fortsetzung) Heute in der Sprechstunde
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Dieser Artikel bezieht sich auf den gleichnamigen Artikel erschienen am 12. Juli 2008 auf diesem Hausarzt-Blog. Zu diesem Artikel gab es heute einen Kommentar, zu dem ich Stellung nehmen möchte, weil er ein paar Missverständnisse birgt, die weit verbreitet sind:
1. Korruption durch aut idem?
Das aut-idem-Kreuz verstärkt nicht den Wettbewerb, sondern legt den Apotheker auf die Herausgabe eines bestimmten Medikaments fest.
Ein “Nicht-Kreuz” verstärkt den Wettbewerb ebenfalls nicht, sondern allenfalls die Korruption. Denn inzwischen geht es auch hier nicht mehr um den besten Preis, sondern um die Frage welcher Pharmahersteller hat die besten Rabattverträge mit welcher Krankenkasse. Und meines Erachtens riechen solche Verträge geradezu nach Geldwanderungen unter dem Tisch. weiterlesen
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29 Nov |
Einmal in die “Röhre” bitte Teil 3 Heute in der Sprechstunde
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Das Kapitel „Bandscheibe“
Zu den Segnungen der heutigen Medizin gehört es, dass Bandscheibenvorfälle eindeutig im Kernspintomogramm erkannt werden können (auch Magnetresonanztomogramm=MRT genannt). In vielen Krankheitsfällen kommt es mittels dieser Untersuchung zu einer sicheren Diagnose.
Diese beiden einleitenden Sätze zum Thema Bandscheibe in der „Röhre“ schreien geradezu nach einem ABER. Hören Sie es auch? Es sind sogar zwei ABER, die in diesen ersten beiden Sätzen stecken. Ein Hausarzt hat damit tagtäglich zu tun. weiterlesen
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25 Nov |
Einmal in die “Röhre” bitte Teil 2 Heute in der Sprechstunde
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Über Computertomogramm (CT) und Kernspintomogramm (MRT)
Im 1. Teil dieses Artikels haben wir uns mit den technischen Details der oben genannten Untersuchungstechniken beschäftigt. Heute wollen wir die Frage beantworten:
Kann eine Untersuchungsmethode zu genau sein?
Dazu ein eindeutiges Ja! Gerade die Genauigkeit der Untersuchungsmethode birgt eine Gefahr. Genauigkeit oder Intensität der Diagnostik kann geradezu ein Manko der modernen Medizin sein.
Das bedeutet: Ist eine Untersuchung äußerst präzise, weist das Ergebnis auf die geringste Abweichung vom Normalen hin. Nur, was ist das Normale? weiterlesen
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20 Nov |
Einmal in die “Röhre” bitte Teil 1 Heute in der Sprechstunde
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Über Computertomogramm (CT) und Kernspintomogramm (MRT)
Gestern in der Sprechstunde hat mich ein Patient gefragt, ob es nicht die Möglichkeit gäbe, den gesamten Menschen einmal in der „Röhre“ zu untersuchen, also eine Art medizinischen Ganzkörperscan vorzunehmen. Dann könnte man doch ein für allemal klären, ob alles in Ordnung sei, quasi eine Vorsorgeuntersuchung höheren Ranges. Mit solchen und ähnlichen Vorschlägen wird man als Hausarzt häufig konfrontiert. Die “Röhre” als diagnostische Lösung für alles. Dabei ist den meisten Patienten nicht klar, was die “Röhre” überhaupt bedeutet, nur dass es darin eng und laut zugehen kann, wissen vor allem Menschen mit Engenangst. weiterlesen
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18 Sep |
Reisen und Impfen Heute in der Sprechstunde
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Als Hausarzt wird man immer wieder mit Reisewünschen der Patienten konfrontiert. Heute in der Sprechstunde erzählte mir ein Ehepaar von seinen Afrika-Plänen. Ich hätte mich gern mit ihnen gefreut, wäre nicht meine Frage: „Wann soll es denn losgehen?“ mit: „In vier Wochen!“ beantwortet worden.
Der mitgebrachte Impfpass der Frau belegte einen vollständigen Impfschutz gegen Wundstarrkrampf (Tetanus). Immerhin! Schutz gegen Diphterie und Kinderlähmung – Fehlanzeige. Von Hepatitis-Impfung keine Spur.
Der Impfausweis des Mannes war nicht mehr auffindbar. Allerdings war von einer Eintragung innerhalb der letzten 25 Jahre sowieso nicht auszugehen.
Genau genommen hätte meine Reiseempfehlung also lauten sollen: weiterlesen
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16 Aug |
Die Chroniker-Bescheinigung 2 Heute in der Sprechstunde
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Kleingedrucktes lesen!
Als Hausarzt will ich erklären, warum ich so ausführlich auf dieser Bescheinigung herumreite:
Ihr Hausarzt ist nämlich derjenige, der Ihr Formular ausfüllt und die Voraussetzungen prüft. Unter anderem hat er Ihre Anwesenheit in den Vorquartalen zu überprüfen. Gerade gestern hatte ich in meiner Sprechstunde einen Fall, in dem ich die Bescheinigung nicht ausstellen konnte. Der Patient war enttäuscht von mir, dabei war es nicht meine Schuld. Während der Patient mit chronischem Bluthochdruck enttäuscht war, war ich überrascht, wie sehr mich mein Gefühl manchmal trügt. Ich hätte nämlich gewettet, dass ich diesen Patienten seit Jahren jedes Quartal spreche. Da er mit seiner seit Jahren bestehenden Hypertonie chronisch krank ist, hätte ihm ohne weiteres die Bescheinigung zugestanden.
Voraussetzungen werden überprüft weiterlesen





