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Grippewelle spült Jungärzte davon

Die z. Zt. über Deutschland hinwegrollende Grippe- und Erkältungswelle ist ein treffendes Beispiel dafür, wie man dafür sorgt, dass Jungärzte weiterhin keine Hausärzte in Deutschland werden wollen – schon gar nicht auf dem Land.

Eine Grippewelle läuft in einer Hausarztpraxis aus honorartechnischer Sicht so ab:

Der Arbeitsaufwand für einen Hausarzt steigt während dieser Phase um etliche Prozentpunkte. Da die meisten Hausärzte, zumal Landärzte, ohnehin schon im normalen Leben Überstunden machen, kommt die Belastung durch eine Infektionswelle noch oben drauf.

Gut, man ist Arzt und weiß, dass es Belastungsspitzen gibt, ob im Notdienst oder im Falle eines Virenangriffs. Ärzte sind es gewohnt in besonderen Situationen besondere Leistung abzurufen. Sie werden ja grundsätzlich auch gut dafür bezahlt.

Stimmt und stimmt nicht.

Es stimmt, dass wir Ärzte gut bezahlt werden. Einverstanden!

Aber es stimmt nicht, dass wir für eine Grippewelle gut bezahlt werden. Für eine Grippewelle werden wir überhaupt nicht bezahlt.

So sieht eine Honorarrechnung für das laufende „Grippe-Quartal“ aus:

Der Durchschnitts-Hausarzt betreut 1.000 Patienten pro Vierteljahr. Dafür erhält er ein Budget für die Grundversorgung von rund 40€. Das ergibt einen Honorarumsatz von 40.000€ pro Quartal. Soweit so einfach.

Die Grundlage dieser Budget-Berechnung stammt allerdings aus dem 1. Quartal 2012. Das Budget ist also grundsätzlich um ein Jahr zu spät dran. Die Grippewelle rollt aber im 1. Quartal 2013. Sie hält sich nicht an Berechnungsstatuten und löst eine Steigerung der Patientenzahlen um, sagen wir, rund 15% aus. Aus 1.000 Patienten pro Quartal werden 1.150 Patienten. 1.150 x 40 = 46.000€ Honorarumsatz. Es werden 6.000€ mehr erarbeitet, aber nicht bezahlt, weil im Budget nicht vorgesehen.

Der findige Leser bemerkt sofort:

Ja, aber im nächsten Jahr beträgt das Budget dann 46.000€!

Richtig!

Und was, wenn 2014 keine Grippewelle kommt? (Wäre ja schön, nicht wahr?)

Oder sie kommt bereits im Dezember 2013? Ein Quartal mit dem Normalbudget von 40.000€

Oder erst im April 2014? Ebenfalls ein Quartal mit Normalbudget, das zu einer Erhöhung des Budgets erst im 2. Quartal 2015 führen würde.

Was, wenn die nächste Grippeepidemie ausfällt?

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