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19 Nov |
Schweinegrippen-Virus ist ein Killer… Aktuelles
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…aber nur was die Zeit betrifft.
50 Millionen Impfdosen gegen das Schweinegrippen-Virus sind von der Bundesregierung bestellt worden. Man stelle sich nur einmal vor, die würden tatsächlich gebraucht und verbraucht werden. Abgesehen vom Lieferengpass wäre das ein Riesen-Zeitproblem.
50 Millionen Impfungen verbrauchen pro Impfung, sagen wir mal 5 Arzt-Minuten und 5 Assistenz-Minuten. Das ist äußerst knapp kalkuliert, denn darin enthalten sind Zeitfresser, wie Impfberatung, Aufklärung über Nebenwirkungen und die Impfung selbst. Dazu kommt Verwaltungsaufwand wie: Listenführung für Impfwillige, Bestellung des Impfstoffes, Lagern, Aufruf zur Impfaktion, Vorbereitung des Impfaktes, Dokumentieren der Impfung und Abrechnung auf dem Krankenschein. weiterlesen
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18 Okt |
Vorsicht Carotis-Stenose! Aktuelles
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Der heutige Artikel könnte ebensogut Teil 3a der Mini-Serie Wer fängt an? sein. Am Ende dieser Zeilen wird der Leser merken, dass der Aufruf zur Vorsicht im Titel ganz anders gemeint ist, als er sich auf den ersten Blick anhören mag. Gemeint ist jedenfalls nicht der ängstlich-besorgte Aufruf eines Hausarztes wegen einer generell schweren Erkrankung.
Für alle Laien: Eine Carotis-Stenose ist eine Verengung der Halsschlagader. Ähnlich wie bei einem Herzkranzgefäß wird der Grad einer Stenose in Prozent gemessen. Ist eine Stenose fünfzig prozentig, bedeutet das, es fließt nur noch halb so viel Blut wie einmal vorgesehen durch dieses Gefäß.
Carotis = vordere Halsschlagader
Es gibt zwei vordere Halsschlagadern, auf jeder Seite unseres Halses eine. Sie teilen sich auf in wiederum zwei Teile - einen äußeren und einen inneren. Der äußere Teil sorgt für die Blutversorgung der äußeren Anteile unseres Kopfes, der zweite Teil, der innere (Carotis interna), versorgt große Teile unseres Gehirnes mit Blut. Um diesen Teil geht es, wenn man sich um den Durchfluss der Carotis sorgt. Eine 100%ige Stenose wäre somit eine Katastrophe?! Weil kein Tropfen Blut auf der vollkommen verstopften Seite mehr fließt? Massiver Schlaganfall wäre die Folge. Denkt man. weiterlesen
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3 Okt |
Dr. med. Kunze kauft weiter ein Aktuelles, Kolumne des Monats
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Am 8. Oktober 2009 erscheint eine neue Kolumne aus der Reihe “Dr. Kunze hört (nicht) auf”.
In dieser Episode bringt der Hausarzt seine kleine Einkauftour zu Ende, die er in der letzten Geschichte begonnen hat. Hausarzt wie Leser waren vor dem Gang zum Metzger unterbrochen worden. Wie es im Alltagsleben eines Hausarztes so passiert, wurde er auf dem Weg in das Geschäft durch einen Notfall aufgehalten. Wie der unverhoffte medizinische Einsatz und der Rest des hausärztlichen Einkaufs verlaufen ist, erfährt der Leser in “Dr. Kunze kauft weiter ein und macht sich Gedanken”.
Die 15 bisher erschienen Geschichten aus der Reihe sind unter dem Thema Kolumne des Monats nachzulesen.Â
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1 Okt |
Jedes Klischee erfüllt Aktuelles
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Gestern Abend habe ich an einer Fortbildungsveranstaltung für Ärzte teilgenommen, die jedes Vorurteil bedient hat, angefangen beim Thema:
Wie vermeide ich einen Arzneimittelregress?
Selbstverständlich eingeladen von einem Pharmaunternehmen. Der Medikamentenhersteller, der zu einer solchen Veranstaltung einlädt, kann sich eines vollen Hauses sicher sein, und so war es auch. Das Geschäft mit der Angst funktioniert auch bei Ärzten.
Ich fuhr also auf den Parkplatz des Super-Golfhotels mit vier oder fünf Sternen. Bis zum Haupteingang hatte ich ein Stück zu gehen und passierte zwei Q7 von Audi, einen M-Klasse Mercedes, zwei 5er Limousinen von BMW, einen Jaguar, einen X5 von BMW, einen unvermeidlichen Porsche (dem vorzugsweise ein auf jung getrimmter älterer Kollege entsteigt) und so weiter und so fort.
An der Rezeption wurde ich in die Kaminstube verwiesen, zu der ein kleines Foyer gehörte, in dem ein kleines, neckisches Buffet auf die Damen und Herren Ärzte wartete. Nichts Besonderes: mit Käse überbackene Auberginen-Scheibchen, mit Gorgonzola-Spinat gefüllte Tomatenscheiben, die unverzichtbaren Morzarella-Sticks, Croissants, Baguette, verschiedene Salate mit verschieden Dressings, Schinkenscheibchen, ein Süppchen unklarer Geschmacksrichtung (ich habe es nicht probiert) und vieles andere mehr. Es war lecker und ziemlich viel Andrang.
Der Vortragssaal füllte sich dann nur schleppend. Das Buffet war bei weitem noch nicht geplündert. Da saßen sie nun die Damen und Herren in ihren Markenklamotten, erkennen konnte ich Joop-Jackets, selbstverständlich Lacoste-Hemden, Calvin-Klein-Hosen, noch etwas zerknittert vom Ledersitz des Phaeton. Alle von der Sorge umgetrieben, dass ihnen ihr Honorar gekürzt werden könnte, weil sie vielleicht zu viel und zu teuere Medikamente verschrieben haben.
Irgendwie ein skurriles Bild, das nun wirklich jedes Klischee erfüllte.
Der Vortrag begann. Ich zückte mein iphone, machte mir eifrig Notizen, glitt mit meinen Gedanken ab, sah auf meine Camel-Schuhe, mein Blick wanderte höher Richtung Hilfiger-Jeans, hin zum Timberland-Shirt. Am Ende war ich irgendwie froh, dass ich in meinem Golf plus nach Hause fuhr.
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27 Sep |
Wer fängt an? Teil 1 Gesundheitspolitik
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Gedanken eines Hausarztes zum deutschen Gesundheitswesen in drei Teilen
Neben der Tatsache, dass das deutsche Gesundheitswesen noch immer Beachtliches leistet, gibt einiges am System zu beklagen. selbst wenn ganz und gar neutral argumentiert würde:
Explodierende Kosten, Ungerechtigkeiten, Habgier auf allen Seiten, politische Unfähigkeit, effektheischendes Sendungsbedürfnis, ausufernde Anspruchshaltung, mangelhaftes Management und dekadente Verschwendungssucht sind Schlagworte, die jeder unterschreiben würde. Allerdings nicht jeder alle, sondern jeder die, die jeweils den anderen betreffen.
Es sind immer die Anderen
Ein Manager aus der Pharmaindustrie würde sich gegen den Vorwurf der Habgier verwahren, aber vielleicht den Tadel Richtung unfähiger Politik mittragen, oder das ständige Lamento der Krankenkassen über überhöhte Medikamentenpreise beschimpfen.
Ein Patient würde allem beipflichten, außer der ausufernden Anspruchshaltung. Damit kann er keinesfalls gemeint sein, weil er nur nimmt, was ihm zusteht und nicht einmal das bekommt er. Sicherheitshalber würde er nachfragen, wer mit dekadenter Verschwendungssucht angesprochen ist, ein unhaltbarer Vorwurf, was die Patienten betrifft. weiterlesen
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25 Sep |
3. Platz für “Der andere Hausarzt” In eigener Sache
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Beim Gesundheitblog-Award 2009 von imedo.de hat
www.der-andere-hausarzt.de
den 3. Platz erreicht.
Ein erstaunliches Ergebnis, wie ich finde, besteht doch mein Blog nahezu ausschließlich aus Text, wenig Bilder, keine Podcasts, keine Videos. Ich finde, das macht das Ergebnis dieser Abstimmung erstaunlich. Der 3. Platz ist für mich aber auch Antrieb diesen Blog fortzuführen und ihn demnächst zu modernisieren. Vorgesehen sind vor allem Audio-Podcasts, also gesprochene oder gelesene Artikel.
Ich danke meinen Lesern (in 15 Monaten über 23.000 Besuche) und meinen Wählern für ihre Stimme. Nicht zuletzt gratuliere ich http://www.wunschkinder.net/aktuell/ zum Sieg und http://kinderdoc.wordpress.com/ zum 2. Platz.
Hier geht’s zur Ergebnisbekanntgabe auf blog.imedo.de
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21 Sep |
Korruption ganz unverblümt Aktuelles
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Die elektronische Gesundheitskarte und kein Ende
Folgende Meldung erreicht mich gerade über den News-Ticker von www.hausarzt.de, einer Nachrichtenseite für Hausärzte:
    „Die Krankenkassen in NRW locken Ärzte mit Prämien, wenn sie sich bestimmte Lesegeräte für die elektronische Gesundheitskarte anschaffen. Das ist ein klarer Versuch, Ärzte zu korrumpieren“, warnt Wieland Dietrich für die Organisation „AG Ärzte für Datenschutz in NRW“. Die Organisation erstattet jetzt Anzeige wegen versuchter Bestechung und Untreue durch illegale Verwendung von Kassenbeiträgen.
    Â
Wenn gar nichts mehr geht, Korruption geht immer. Nach diesem Motto wird nach Kräften geschmiert. Im Zweifel haben genau die Krankenkassen-Manager den obengenannten Deal in die Wege geleitet, die bei der unerlaubten Ärzte-Prämie für Krankenhauseinweisungen am lautesten geschrien haben.
Übrigens, nur ganz nebenbei, fällt mir das Thema Rabattverträge dabei ein. Da sitzen Pharmaindustrie und Vertreter einzelner Krankenkassen beisammen und handeln Verträge über Medikamentenpreise aus. AOK mit Hexal, BEK mit ratio, DAK mit Bayer usw. (jegliche Ähnlichkeit mit realen Rabattverträgen wäre rein zufällig).
Kennen Sie die Devise des Hosenbandordens? Ja? Die fällt mir irgendwie dabei ein. Ich weiß auch nicht, wie das kommt.
Honi soit qui mal y pense!
Â
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15 Sep |
Harmlose Naturheilmittel? Heute in der Sprechstunde
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Heute in der Sprechstunde habe ich wieder einmal zu hören bekommen, womit sich ein Hausarzt beinahe täglich auseinandersetzen muss.
„Schreiben Sie mir bitte nur ein harmloses Naturheilmittel auf. Ich möchte für mein Kind lieber ein paar Globuli statt der Chemie aus der Pharmaindustrie.“
Diese Aussage birgt gleich drei Trugschlüsse:
1. sind nicht alle Naturheilmittel harmlos. Im Gegenteil, aus Fingerhut oder Tollkirsche gewonnene Medikamente können ausgesprochen giftig sein und tödliche Herz-Kreislaufreaktionen hervorrufen. Johanniskrautpräparate machen lichtempfindlich, efeuhaltige Hustensäfte können Allergien auslösen und, und, und…
2. sind Globuli keine naturheilkundlichen Arzneien sondern homöopathische. Der Unterschied ist ungefähr so groß, wie der Unterschied zwischen einer Operation und einer Akupunktur. Über die Wirksamkeit homöopathischer Substanzen wollen wir an dieser Stelle nicht streiten. Mein Grundsatz dazu heißt: Wer heilt, hat Recht!
3. ein weiterer Irrglaube ist die Annahme, Naturheilmittel seien nichts Chemisches. Natürliche Substanzen sind reine Chemie – Biochemie. Überdies kann man davon ausgehen, dass naturheilkundliche Arzneimittel in nichts anderem als in Fabriken unter Zuhilfenahme von chemischen Prozessen hergestellt werden, wenn sie in solchen Mengen gebraucht und verbraucht werden, wie beispielsweise Hustensaft auf Efeubasis oder Johanniskrautpräparate. weiterlesen
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12 Sep |
“Muskelrheuma” vs. Medikamenten-Nebenwirkung Aktuelles
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Längst nicht immer haben rheuma-ähnliche Muskelschmerzen wirklich mit Rheuma zu tun. Weichteilrheuma ist in diesem Zusammenhang eine moderne Diagnose, die meiner Meinung nach recht flott gestellt wird. Wenn dabei die entsprechenden Blutwerte nicht passen oder ganz fehlen, heißt es eben, es handelt sich um das sogenannte sero-negative Rheuma.
Eventuell auf Medikamente verzichten
In solchen Fällen lohnt es sich, die Medikation der Patienten zu durchforsten (oder eben die eigene Medikation zu überprüfen, wenn man selbst der Patient ist). Steht ein Cholesterinsenker vom Statin-Typ (Simvastatin, Pravastatin) auf der Liste der täglich einzunehmenden Mittel, haben wir möglicherweise einen Übeltäter gefunden. Nebenwirkungen der Statine sind nicht selten Ursache für Muskelschmerzen unklarer Herkunft. Hier lohnt sich ein Absetzversuch, zumal das Medikament nicht akut lebenswichtig ist. Als Hausarzt erlebe ich es immer wieder, dass lang anhaltende Muskelbeschwerden nach so einer Maßnahme innerhalb von Tagen wie weggeblasen sind.
Nebenwirkungen sind doppelt schlecht
Derlei durch Medikamente hervorgerufene Beschwerden sind besonders kontraproduktiv, weil sich die betroffenen Patienten auf Grund ihrer Muskelschmerzen nicht mehr bewegen mögen. Dabei ist doch die Bewegungstherpie gegenüber der Medikamenteneinnahme die wichtigere Therapie im Kampf gegen erhöhte Blutfette.
Statt also möglicherweise die Tagesration an Tabletten (Antirheumatika) zu erhöhen, kann es durchaus notwendig sein, mal auf ein Medikament zu verzichten. Denn der Grundsatz in der Therapie gilt:
Der Nutzen muss über dem Schaden stehen.
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9 Sep |
Schweinegrippe: Sinneswandel als Kehrtwende?! Aktuelles
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Die Bundesärztekammer hat eine Massenimpfung gegen die Schweinegrippe indirekt als Ergebnis von Pharma-Lobbyismus kritisiert. Es entstehe “der Verdacht, dass die Interessen der Pharmaindustrie durch ihre Lobbyisten wieder einmal gut bedient werden”, sagte die Vizepräsidentin der Kammer, Dr. Cornelia Goesmann, nach einem Bericht der „taz“.
Diese Meldung aus der taz wird so auf der website www.hausarzt.de verbreitet, eine homepage für den interessierten Hausarzt. Hat da etwa jemand jemandem auf die Füße getreten, dass es zu so vernünftigen Ansichten kommt, ohne Rücksicht auf Bundesregierung und Pharmaindustrie?
Einerlei wie und warum - Hauptsache ist, wir Ärzte kommen in diesem Punkt langsam zur Vernunft.
Ganz im Gegensatz zur BILD-Zeitung, deren BALKENÜBERSCHRIFT wiedermal vor der tödlichen Gefahr der Schweinegrippe warnt.






