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20 Feb |
Krank durch Diagnose 4 medizinisches Wissen für Jedermann
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Teil 4 Ein Fazit
Im letzten Artikel dieser Reihe wurden die Gefahren einer Jagd nach der Diagnose anhand des Symptoms Schwindel ausführlich dargestellt. Der Schwindel stand dabei als Teil des Ganzen. Gefahren wurden aufgezeigt, die heutzutage möglicherweise größer sind als die Gefahren, die vom Symptom selbst ausgehen. Sehr selten steckt beispielsweise hinter dem Symptom Schwindel eine gefährliche Erkrankung, ebenso wenig wie hinter dem Symptom Rückenschmerz oder hinter dem Gefühl von allgemeiner Schwäche und anderes mehr. Hier kann nur ein Arzt mit Augenmaß helfen, der einerseits schwerwiegende Krankheiten nicht übersieht, andererseits der Natur eine Chance gibt, das Symptom von allein verschwinden zu lassen. Hierin lag meines Erachtens schon immer eine der wichtigsten Aufgaben des Hausarztes, und liegt sie besonders in diesen und in kommenden Zeiten. weiterlesen
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13 Feb |
Krank durch Diagnose 3 medizinisches Wissen für Jedermann
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Teil 3 Ein ausführliches Beispiel
In heutigen Artikel soll die Odyssee von Patienten mit einer bestimmten Beschwerde durchgespielt werden. Ein Symptom als Beispiel für viele: Der Schwindel.
Schwindel ist ein typisches Beispiel dafür, wie ein Symptom (Krankheitszeichen) zur Diagnose wird. Schwindel ist als Gleichgewichtsdefekt nichts anderes als Schmerz, Fieber, Husten, Blähungen oder Verstopfung, also ein Symptom zu dem erst noch eine Diagnose gefunden werden muss. Die Frage lautet also: Liegt dem Schwindel ein Innenohrschaden zu Grunde, eine Blockade der Halswirbelsäule, eine Durchblutungsstörung des Kopfes, ein Gehirntumor oder, oder, oder?
Ist eine Diagnose zwingend erforderlich?
Muss man die Ursache des Schwindels wirklich erforschen? Schwindel ist ein gutes Beispiel dafür, wie Diagnosesicherung schaden kann, wie sich Ärzte die Zähne daran ausbeißen, sie verzweifeln und fühlen sich sogar in ihrer Ehre gekränkt. All das klingt gar nicht gut und geht meist zu Lasten des Patienten. weiterlesen
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8 Feb |
Krank durch Diagnose 2 medizinisches Wissen für Jedermann
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Teil 2 Der Weg zur Diagnose
Im letzten Artikel wurde der Begriff Diagnose und der Weg dorthin erklärt. Der Ablauf im Patienten-Arzt-Verhältnis ist von der Struktur immer gleich:
Ein Mensch wird zum Patient und sucht in aller Regel seinen Hausarzt auf. Der Hausarzt stellt im ersten Schritt allgemeine und gezielte Fragen (Anamnese), dann untersucht er den Patienten. Diese Untersuchung reicht von einem Blick, bis hin zum Schreiben eines EKGs oder Abhorchen der Lunge per Stethoskop. Falls der Hausarzt zu keinem Ergebnis kommt, lässt er untersuchen. In diesem Fall werden Fachärzte und/oder Apparate zu Rate gezogen. Dieser letzte Schritt ist nicht zwingend, die ersten beiden Schritte so gut wie immer.
Detektivarbeit
Das Ermitteln einer Diagnose kann der schwierigste Teil einer Erkrankung sein, manchmal schwieriger als die anschließende Therapie. Zähes Ringen um eine Diagnose ist vergleichsweise selten, geschieht allerdings heutzutage häufiger als es nötig wäre. Dazu komme ich noch. weiterlesen
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2 Feb |
Krank durch Diagnose 1 medizinisches Wissen für Jedermann
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Zugegeben, der Titel dieser neuen kleinen Artikelserie klingt paradox. Normalerweise gibt die ermittelte Diagnose vorhandenen Symptomen einen Namen, fasst also die Summe der Beschwerden zusammen und ordnet sie einer Krankheit zu. Der Name der Krankheit entspricht der Diagnose. Eine Diagnose ist also eher Folge und nicht Ursache von Krankheit. Fragt sich, warum der Titel trotzdem stimmen kann.
Teil 1 Die Diagnose
Sehen wir uns den Ablauf der Diagnosestellung an, wie sie beispielsweise beim Hausarzt typisch ist:
Am Anfang steht die Anamnese, die Befragung des Patienten hinsichtlich seiner Beschwerden und des Beschwerdeverlaufs. Es kann nötig sein, diesen Teil auszudehnen, beispielsweise auf länger zurückliegende Erkrankungen, auf Erkrankungen der Familie, auf die berufliche Situation und vieles andere mehr. weiterlesen
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26 Nov |
Das akute Koronarsyndrom Teil 3 medizinisches Wissen für Jedermann
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Möglichkeiten der Therapie
(Die beste Therapie ist immer die Vorsorge, das gilt auch und besonders für die Koronarstenose (Verengung der Herzkranz-Gefäße). Hierzu verweise ich auf meine Artikelreihe Heilkraft der Bewegung, insbesondere Teil 7 - 9.)
Im Falle des akuten Koronarsyndroms gibt es mehrere Therapiemöglichkeiten, die hier nicht vollständig aufgeführt werden sollen. Erklärt werden die wichtigsten Begriffe, mit denen häufig auch der Laie zu tun hat, vor allem der betroffene Laie. Auch in der einzelnen Erklärung besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit, wichtiger ist die Verständlichkeit. Ärzte verlieren sich gern im fachchinesischen Detail, was beim Patienten zur Verwirrung führt. Zur Erklärung dient der folgende Überblick: weiterlesen
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13 Nov |
Das akute Koronarsyndrom Teil 2 medizinisches Wissen für Jedermann
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Durchblutungsstörung am Herzen
Um zu verstehen, was ein akutes Koronarsyndrom genau ist, muss man wissen, wie eine Durchblutungsstörung an den Herzkranzgefäßen entsteht und wirksam wird. Die Vorstellung, eine Engstelle in den Herzkranzgefäßen wird immer enger bis schließlich ein Verschluss entsteht, ist veraltet und nicht zutreffend.
Atherosklerose (auch Arteriosklerose oder “Gefäßverkalkung”)
Die Atherosklerose ist die Grundlage jeden Schadens an den Herzkranzgefäßen. Hierbei kommt es vor allem an Stellen, die hohen Drücken ausgesetzt sind (Gefäßabgänge, Gefäßverzweigungen) zu entzündlichen Veränderungen im Bereich der Intima (Innenauskleidung der Schlagader). Im Zuge der fortschreitenden Entzündung folgt der fortschreitende Schaden, schließlich die Plaquebildung (Entzündung, inklusive Ablagerung und beginnender Verengung=Atherosklerose). weiterlesen
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28 Okt |
Das akute Koronarsyndrom Teil 1 medizinisches Wissen für Jedermann
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Was sind die Herzkranzgefäße?
Bevor an dieser Stelle geklärt wird, was ein akutes Koronarsyndrom ist, sollen ein paar Grundlagen der Anatomie und der Funkton von Herzkranzgefäßen beschrieben werden. Die Herzkranzgefäße (Coronarien) heißen so, weil sie sich kranzförmig um das Herz winden. Wie immer im Gefäßsystem des Körpers gibt es Arterien (Schlagadern) und Venen. Und wie immer finden Probleme der Durchblutung in den Schlagadern statt. Die Venen sind hier wie anderswo für den Blutrückfluss zuständig und nicht für die Blutversorgung.
Kurze Info zur Anatomie
Es gibt eine rechte und eine linke Koronararterie, die eine windet sich rechts ums Herz herum, die andere links. Beide entspringen aus der Hauptschlagader (Aorta) kurz nach deren Abgang aus der linken Herzkammer. Das Besondere an den Herzkranzgefäßen ist, dass sie so genannte Vasa privata sind, auf Deutsch: Privatgefäße. Diese Bezeichnung bedeutet, dass derlei Adern nicht eingebunden sind in die Aufgabe des Organs, sondern zuständig sind für dessen Blutgefäßversorgung, also dafür, dass das entsprechende Organ seine Arbeit verrichten kann. Dieses gilt generell für Privatgefäße, ob die der Nieren, der Leber, oder eben für die des Herzens. weiterlesen
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2 Jul |
Zecken, Borreliose, FSME und Co. (4) medizinisches Wissen für Jedermann
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FSME (Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis = Früh-Sommer-Hirnhaut-Gehirn-Entzündung)
Man könnte einen Artikel über FSME so beginnen:
• Das FSME-Virus befällt Gehirn und Hirnhaut
• Die Krankheit ist nicht behandelbar
• Lähmungen und andere Nervenausfälle können die Folge sein
• Die Krankheit kann tödlich verlaufen
• Eine Impfung kann Leben retten
Man könnte einen Artikel über FSME aber auch so beginnen:
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26 Jun |
Zecken, Borreliose, FSME und Co. (3) medizinisches Wissen für Jedermann
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Stadieneinteilung und Blutergebnisse der Borreliose
Vorbemerkung
Um es gleich vorweg zusagen: Dies wird kein üblicher Artikel über die Stadieneinteilung und Laboruntersuchung im Falle der Lyme-Erkrankung. So ist die komplette Serie auf Der andere Hausarzt nicht gestrickt. Hier geht es um wesentliche Einsichten, die jenseits der üblichen Information stehen. (Denn nur eine einzige Aussage bezüglich der Borreliose ist hundertprozentig zutreffend: Niemand kennt bis heute der Weisheit letzten Schluss.)
Die Stadieneinteilung der Borreliose ist nicht so einfach, wie sie zunächst erscheint. Sie wird meiner Meinung nach vor allem von medizinischen Laien überbewertet. Diese Einteilung ist nicht viel mehr als eine Hilfskonstruktion. Die klare Einstufung von Stadium I, II und III trifft oft nicht die Realität. Deswegen wird es manchen Leser überraschen, dass ich die Stadieneinteilung hier nur erwähne. Wer sich genauer interessiert, ist auf Wikipedia oder beispielsweise der Seite von Privat-Dozent Dr. med. Wolfgang Hübel, Wien besser aufgehoben. weiterlesen
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18 Jun |
Zecken, Borreliose, FSME und Co. (2) medizinisches Wissen für Jedermann
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Was das Thema Zecken und die Borreliose in unseren Regionen (Lyme-Erkrankung) betrifft, gelten vor den Sorgen erst einmal drei beruhigende Aussagen, die häufig zutreffen:
Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!
Wenn wir unter der Dusche eine Zecke an unserem Körper krabbeln sehen, erschrecken wir nicht, sondern sein wir froh.
Eine rechtzeitig entfernte Zecke ist eine harmlose Zecke.
Sitzt eine Zecke fest und bleiben nach dem Entfernen schwarze, punktförmige Reste, beängstigen die uns ebenfalls nicht. Derlei Kleinigkeiten beseitigt unser Körper ganz allein. In den allermeisten Fällen verletzen uns die rigorose und vollständige Entfernung jeglicher Zeckenanteile mehr, als es die Zecke jemals hätte tun können.
Zeckenreste lösen keine Borreliose oder FSME aus, allenfalls leichte örtliche Entzündungsreaktionen.
Dazu zusammenfassend ein paar Erkenntnisse, die auch zeigen, dass es ganz ohne Sorge nicht geht. Allerdings stehen Sorge und Angst nicht an alleroberster Stelle, wie es gern verbreitet wird. weiterlesen





