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13 Okt |
Wer fängt an? Teil 3 Gesundheitspolitik
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Der Patient sollte beginnen.
Worum ging es noch? Um Verzicht im Gesundheitswesen. Um Verzicht auf das Maximale? Um Selbstbeschränkung. Um die Einsicht, dass gespart werden muss, dass nicht alles sein muss, was sein kann.
Weswegen der Patient?
Patienten sind wir alle, die Politiker, die Ärzte, die Journalisten, die Krankenkassenangestellten, die Pharmabosse, Beamte, Arbeiter, Arbeitslose, Manager, Frauen, Männer und Kinder. Jeder ist mal krank und in der Position des Patienten. Dies ist also die einzige Warte, von der jeder Mal ins Gesundheitswesen blickt.
Ein Arzt ist kein Pharmamanager, ein Krankenkassenmitarbeiter möglicherweise Politiker, aber nicht gleichzeitig Apotheker oder Arzt usw. Aber jeder ist irgendwann einmal Patient oder wird es sein und bekommt in dieser Position vielleicht neue Einsichten. Ein wunderbares Beispiel dafür ist unser ehemaliger Gesundheitsminister Horst Seehofer. Er wurde nach einer schweren Krankheit von der Raupe zum Schmetterling, weil er die Medizin durch eigene Not anders betrachten lernte. Seitdem ist er weicher und verständnisvoller, was Patienten und Ärzte betrifft. Leider wurde er danach Landwirtschaftsminister und ist jetzt Ministerpräsident von Bayern. weiterlesen
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6 Okt |
Wer fängt an? Teil 2 Gesundheitspolitik
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Gedanken eines Hausarztes zum deutschen Gesundheitswesen in drei Teilen
Eines gleich vorweg: Eine wirkliche Wende im Gesundheitswesen ist nicht zu erwarten. Den gern am Stammtisch und anderswo erwarteten Knall wird es nicht geben, keine einschneidende Reform, keinen Zusammenbruch, nach dem Motto: Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Diese düstere Vision, seit Jahren herbeigeredet wie die Apokalypse einer tödlichen Grippewelle, wird nicht stattfinden. Jedenfalls wird es diese Katastrophe nicht innerhalb eines denkbaren Zeitraumes geben, sprich in unserem Leben oder dem unserer Kinder und Enkel. Es wird weiter gebastelt am System, Stückwerk betrieben. Am öffentlichen Gesundheitswesen wird weiter herumgewurstelt werden, wie am Steuersystem, am Rentensystem, am System der Demokratie selbst. Es wird weiter hier und da gekürzt werden, gefördert und umstrukturiert, entlastet, belastet und gestritten wie bisher – bis in einen an die Ewigkeit erinnernden Zeitraum. Reformen werden keine Reformen sein, sondern Ausbesserungsarbeiten, mehr oder weniger gut ausgeführt. Niemand wird den Mut und den Sachverstand einer wirklichen Bereinigung, einer Umstrukturierung besitzen. Das wird auf absehbare Zeit so bleiben. Dies ist die einzige Prognose im Gesundheitswesen, die nicht gewagt ist.
Warum ist das so?
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27 Sep |
Wer fängt an? Teil 1 Gesundheitspolitik
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Gedanken eines Hausarztes zum deutschen Gesundheitswesen in drei Teilen
Neben der Tatsache, dass das deutsche Gesundheitswesen noch immer Beachtliches leistet, gibt einiges am System zu beklagen. selbst wenn ganz und gar neutral argumentiert würde:
Explodierende Kosten, Ungerechtigkeiten, Habgier auf allen Seiten, politische Unfähigkeit, effektheischendes Sendungsbedürfnis, ausufernde Anspruchshaltung, mangelhaftes Management und dekadente Verschwendungssucht sind Schlagworte, die jeder unterschreiben würde. Allerdings nicht jeder alle, sondern jeder die, die jeweils den anderen betreffen.
Es sind immer die Anderen
Ein Manager aus der Pharmaindustrie würde sich gegen den Vorwurf der Habgier verwahren, aber vielleicht den Tadel Richtung unfähiger Politik mittragen, oder das ständige Lamento der Krankenkassen über überhöhte Medikamentenpreise beschimpfen.
Ein Patient würde allem beipflichten, außer der ausufernden Anspruchshaltung. Damit kann er keinesfalls gemeint sein, weil er nur nimmt, was ihm zusteht und nicht einmal das bekommt er. Sicherheitshalber würde er nachfragen, wer mit dekadenter Verschwendungssucht angesprochen ist, ein unhaltbarer Vorwurf, was die Patienten betrifft. weiterlesen




