Eine Frage zwischendurch!

Die Serie “Beruf Landarzt – besser geht’s nicht” ist an einen Punkt gekommen, an dem sich Realität und Traum mischen.

Hat jemand eine Idee, was eigentlich das Unwahrscheinlichste an der von mir konstruierten neuen ärztlichen Versorgung in Dorf A ist?

Es gibt ja reichlich Behauptungen, z.B.:

  • Umsatz pro Schein 63 Euro
  • die Ärzte strömen in meinem Beispiel nur so aufs Land
  • die Kassenärztliche Vereinigung subventioniert Niederlassungen
  • Arbeits- und Urlaubszeiten werden eingehalten
  • jeder Vollzeitarzt verdient etwa 10.000 Euro bei relativ normalen Arbeitszeiten
  • die Arbeit macht Spaß
  • u.v.a.m.

Bitte im Kommentar äußern, welcher Teil vollkommen märchenhaft erscheint.

10 Gedanken zu „Eine Frage zwischendurch!

  1. Rapunzel

    Ähm… ehrlich gesagt klingt alles so, als wäre es ein schönes Märchen.

    Für mich das Unwahrscheinlichste: dass die Ärzte (Jungärzte dazu noch) nur so aufs Land ziehen. Wieso? Weil alle anderen aufgeführten Punkte eben ein Märchen sind ;-P

    Trotzdem möchte ich tatsächlich Landarzt werden und denke, dass man durch eine gute Organisation/ Struktur tatsächlich fast märchenhaft arbeiten kann!

    Zur Zeit werde ich ungläubig angeguckt, wenn ich bei Ärzten verlauten lasse, ich wolle Allgemeinmediziner/ Hausarzt/ Landarzt werden ;-)

    1. Angehende Ärztin

      Ich denke auf jeden Fall, dass die Arbeit Spaß. Klar gibt’s bestimmt auch dort gute und auch schlechte Tage…
      Die Arbeits- und Urlaubszeiten werden meiner Meinung nach so leidlich eingehalten.
      Von der finanziellen Seite her habe ich nicht so die Ahnung. Aber die Kassenärztlichen Vereinigungen müssen sich immer mehr Programme ausdenken um die Ärzte zu halten bzw. heranzuholen.

      Aber dass die Ärzte aufs Land strömen, glaube ich auch nicht.

  2. matze90

    unter dem Punkt u.v.a.m:

    - de facto wird in der beschriebenen Lage der ein oder andere Arzt in der Gemeinschaft 1-2 Stunden/Woche (lassen wir es 3 sein) mehr arbeiten als Andere in der “Truppe”…

    zu Gunsten des Gemeinschaftsprojektes auf den “Euro fünfzig” zu verzichten, dafür bedarf es Charakterzüge die in der heutigen Zeit nicht mehr allzu viele Menschen besitzen…

  3. Ralph

    Ich möchte niemanden neidisch machen. Bei uns gibt es auch Schwierigkeiten und Ärgernissen, aber diese Behauptungen treffen bei uns (bisher) zu:

    ◦Umsatz pro Schein 63 Euro => mal mehr / mal weniger
    ◦Arbeits- und Urlaubszeiten werden eingehalten
    ◦jeder Vollzeitarzt verdient etwa 10.000 Euro bei relativ normalen Arbeitszeiten
    ◦die Arbeit macht Spaß

    letzter Punkt ist der wichtigste !!!

  4. D.M.

    Umsatz pro Schein 63 Euro–> dachte immer der Fallwert liegt bei 45 Euro +- IGELt es da? Oder wirklich nur KV-Umsatz?

    die Ärzte strömen in meinem Beispiel nur so aufs Land–> tun sie sicherlich nicht

    die Kassenärztliche Vereinigung subventioniert Niederlassungen –> noch nichts davon gehört. Sollte sie es tun würde sie das Geld der restlichen Niedergelassenen ausgeben…vielleicht sogar sinnvoll

    Arbeits- und Urlaubszeiten werden eingehalten –> Das ist machbar, denke ich!

    jeder Vollzeitarzt verdient etwa 10.000 Euro bei relativ normalen Arbeitszeiten –> das wäre schön, ich glaube mal daran ;)

    die Arbeit macht Spaß –> ja, auf jeden fall

  5. D.M.

    Ach noch was, mal wieder off topic ,bitte um Verzeihnung:

    Vorschlag für ein Artikelthema (aus persönlich-aktuellem Anlass)

    Braucht ein Hausarzt einen Doktortitel?

    Bin gerade dabei mir mein Leben sehr schwer zu machen wegen den zwei Buchstaben und stelle mir die Frage manches mal vor dem Schlafen gehen… ;)

  6. hörnchen

    Ohhhhh, ich kenen einen Arzt,der auf dem land ist, und am Wochenende ganz viele Notdienste macht, seinen eigenen patienten dafür einbesetellt, ihre Diagnosen türkt (aus einer Warzenentfernung wird ein Abszess, aus einer Fadenentfernung eine entzündliche Wunde, aus eine Blutwertebesprechung ein entgleister Diabetes etc. etc.) erzählt mir nichts, dass Ärzte, landärzte , zu wenig verdienen. Das ist der einzige Job unter den Freiberuflern, die sicher im Monat Abschlagszahlunge von der KV bekommt. Also, klagen auf hohem Niveau. und ich weiss von was ich rede, war selbst Praxismanagerin in einer Allgemeinarztpraxis

  7. D.M.

    Und ich kenne eine Praxismanagerin, die Ihren Chef regelmäßig beklaut, sich von Sprechstundenbedarf-Vertretern schmieren lässt und mit denen gemeinsame Sache macht. Außerdem klaut sie Patienten ihre Kekse aus der Tasche….

    Hör mir auf mit Praxismanagerinnen, denen sollte man kein Wort glauben! :-)

  8. Dr.

    alle oben angesprochenen Punkte sind keine Märchen, sondern Realität, bis auf Punkt 2: Ärzte strömen aufs Land–das gegenteil ist der Fall, warum eigentlich? Die Verdienstmöglichkeiten sind sicher besser, die Konkurrenz und Arzthopper sicher weniger. Der Verdienst von 10.000 € (sicher netto gemeint) entspricht eher der unteren Verdienstgrenze. Alos Jungärzte – geht aufs LAnd – viel Spass und genügend Verdienst sind garantiert !

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