29
Jun

Hausarzt Dr. Kunze kämpft mit der modernen Zeit

categories Aktuelles    

Am 6. Juli 2009 erscheint eine neue Kolumne aus der Reihe Dr. Kunze hört (nicht) auf. Dieses Mal hat sich der Hausarzt mit den Errungenschaften der modernen Medizin auseinanderzusetzen. Es geht um das Thema Impfungen. Dr. med Anselm Kunze hat seine persönlichen Probleme damit. Der Leser erfährt etwas zu den Gedanken eines Hausarztes, der den Neuerungen der Medizin durchaus skeptisch gegenübersteht.

26
Jun

Zecken, Borreliose, FSME und Co. (3)

categories medizinisches Wissen für Jedermann    

Stadieneinteilung und Blutergebnisse der Borreliose
Vorbemerkung
Um es gleich vorweg zusagen: Dies wird kein üblicher Artikel über die Stadieneinteilung und Laboruntersuchung im Falle der Lyme-Erkrankung. So ist die komplette Serie auf Der andere Hausarzt nicht gestrickt. Hier geht es um wesentliche Einsichten, die jenseits der üblichen Information stehen. (Denn nur eine einzige Aussage bezüglich der Borreliose ist hundertprozentig zutreffend: Niemand kennt bis heute der Weisheit letzten Schluss.)
Die Stadieneinteilung der Borreliose ist nicht so einfach, wie sie zunächst erscheint. Sie wird meiner Meinung nach vor allem von medizinischen Laien überbewertet. Diese Einteilung ist nicht viel mehr als eine Hilfskonstruktion. Die klare Einstufung von Stadium I, II und III trifft oft nicht die Realität. Deswegen wird es manchen Leser überraschen, dass ich die Stadieneinteilung hier nur erwähne. Wer sich genauer interessiert, ist auf Wikipedia oder beispielsweise der Seite von Privat-Dozent Dr. med. Wolfgang Hübel, Wien besser aufgehoben. weiterlesen

23
Jun

Was heißt eigentlich…Glykämischer Index?

categories Was heißt eigentlich...?    

Zum Thema der nicht ganz einfachen menschlichen Ernährung liegt mir als Hausarzt das Verständnis der Leser, die nicht vom Fach sind, besonders am Herzen. Es gibt reichlich gute wissenschaftliche Erläuterungen im Internet, deswegen wird die Erklärung auf dieser website teilweise eher umgangssprachlich. Das Prinzip bleibt richtig, wird aber nicht allumfassend dargestellt. Die Leute vom Fach können ja derweil eine Geschichte von Dr. Kunze lesen, davon sind zwölf unter dem Thema Kolumne des Monats vorhanden.
Der Glykämische Index (GI oder auch Glyx) zeigt an, wie sich der Verzehr eines Kohlenhydrats (Zucker, Stärke) auf den Blutzuckerspiegel bzw. den Insulinspiegel auswirkt.  Als Referenzsubstanz, sprich Vergleichssubstanz, dient reiner Traubenzucker, dessen Glykämischer Index auf 100 festgelegt wurde (die einzelnen Berechnungen sind uninteressant und verwirren nur). Alle anderen Kohlenhydrate messen sich nun am Traubenzucker. Die Stärke in Weißmehl-Spaghetti, die letztlich aus zusammengesetzten Zuckermolekülen besteht, hat nur einen GI von um die 50, je nachdem wie lange man sie kocht, al dente ist es eher weniger. weiterlesen

18
Jun

Zecken, Borreliose, FSME und Co. (2)

categories medizinisches Wissen für Jedermann    

Was das Thema Zecken und die Borreliose in unseren Regionen (Lyme-Erkrankung) betrifft, gelten vor den Sorgen erst einmal drei beruhigende Aussagen, die häufig zutreffen:
Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!
Wenn wir unter der Dusche eine Zecke an unserem Körper krabbeln sehen, erschrecken wir nicht, sondern sein wir froh.
Eine rechtzeitig entfernte Zecke ist eine harmlose Zecke.
Sitzt eine Zecke fest und bleiben nach dem Entfernen schwarze, punktförmige Reste, beängstigen die uns ebenfalls nicht. Derlei Kleinigkeiten beseitigt unser Körper ganz allein. In den allermeisten Fällen verletzen uns die rigorose und vollständige Entfernung jeglicher Zeckenanteile mehr, als es die Zecke jemals hätte tun können.
Zeckenreste lösen keine Borreliose oder FSME aus, allenfalls leichte örtliche Entzündungsreaktionen.
Dazu zusammenfassend ein paar Erkenntnisse, die auch zeigen, dass es ganz ohne Sorge nicht geht. Allerdings stehen Sorge und Angst nicht an alleroberster Stelle, wie es gern verbreitet wird. weiterlesen

15
Jun

AOK plant Ärzte-Bewertung im Internet

categories Aktuelles    

Die AOK will ihre 25 Millionen Versicherten zu einer öffentlichen Bewertung der jeweils behandelnden Ärzte im Internet animieren. Der AOK-Bundesvize Jürgen Graalmann behauptet obendrein, dass es dazu ein Aufschrei unter Deutschlands Ärzten geben wird.
Das ist eine Schlagzeile!
Ich behaupte, 80 - 90 Prozent der Ärzte wird sich wenig um dieses Internetportal kümmern. Die Ärzte, die aufschreien und große Statements abgeben, werden natürlich in den Medien erwähnt. Der große Rest wird weiter einfach seine Arbeit machen wie bisher: engagiert, einfühlsam, gehetzt, fahrig, konzentriert, überarbeitet, entspannt, arrogant und mit dem festen Vorsatz möglichst wenig Fehler zu machen. Ärzte sind so vielfältig wie Menschen sind.
Nur eines ist klar: Die Einrichtung dieses Internetportals wird Geld kosten - das Geld der Versicherten.

Aber ehrlich gesagt, ein bisschen neidisch bin ich schon auf die AOK. Ich könnte mir gut ein Internetportal aller Ärzte vorstellen, in denen sie die Mitarbeiter und Filialleiter von Krankenkassen, Rentenversicherern, Unfallversicherungen, Lebensversicherungen und Versorgungsämtern bewerten. Das würde ein Spaß der besonderen Art werden. Aber Ärzte haben für solche Späße keine Zeit, sie kümmern sich um ihre Patienten.

11
Jun

Ein Intermezzo für “Zecken, Borrelien, FSME und Co.”

categories Aktuelles    

Der folgende Text von Prof. Dr. med. Füeßl erklärt die Motivation zur Veröffentlichung der kleinen Artikelreihe über “Zecken, Borrelien, FSME und Co.” besser, als es Der andere Hausarzt hätte ausdrücken können. Weder der Verfasser des untenstehenden Textes (da bin ich sicher), noch der Autor dieses Blogs (das weiß ich) wollen an Borreliose erkrankte Personen beleidigen oder geringschätzen. Es geht lediglich um eine unschöne Tendenz in der Medizin, die nicht nur das Thema Zecken betrifft. Diese Tendenz ist im unten zitierten Artikel hinreichend erklärt.
Nebenbei bemerkt: Der Zugang einer Zecke über die Haut zum Blut oder zur Lymphe ihres Opfers ist ein Ritzen oder Beißen mit anschließendem Saugen durch einen Stechapparat. So spricht man also wissenschaftlich von einem Zeckenstich. Diese Veränderung in der Nomenklatur hat der Autor dieses Blogs tatsächlich übersehen. Die süffisante Bemerkung dazu im Vorartikel war unnötig und wurde nachträglich gestrichen.  weiterlesen

9
Jun

Zecken, Borreliose, FSME und Co. (1)

categories medizinisches Wissen für Jedermann    

Mit dem heutigen Artikel startet eine Mini-Serie über Zeckenbisse und die Folgen. Die Zeit dafür ist reif, denn die Zecken beißen wieder - uns und unsere Haustiere. Der Hausarzt ist oft gefordert, wenn nicht gar der Chirurg, der Mikrobiologe oder die Universitätsklinik. Zecken verbreiten mit ihren Bissen oft Unsicherheit, wenn nicht Angst und Schrecken. Darüberhinaus wird im Zusammenhang mit Zeckenbissen mindestens ebenso epidemisch allerhand Unsinn verbreitet und angewandt. Das gilt für Patienten ebenso, wie für behandelnde Ärzte, Presse, Radio und Fernsehen

1. Teil: Allgemeines
Es gibt in unseren Breitengraden zwei wichtige Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden:
Die Borreliose (Lyme-Krankheit) und die FSME=FrühSommer-Meningo-Enzephalitis (Frühsommer-Hirnhaut-Hirnentzündung). Zur FSME kommen wir zu einem späteren Artikel.
Es herrscht genügend Verwirrung in Deutschland und anderswo, was dieses Thema betrifft, um eine ausführliche Erörterung zu rechtfertigen und vor allen die verschiedenen Aspekte getrennt abzuhandeln. weiterlesen

4
Jun

Dr. Kunze hört (nicht) auf 12

categories Kolumne des Monats    

Juni 2009
Herr Gabriel
Herr Gabriel saß auf dem Patientenstuhl als Dr. med. Anselm Kunze sein Sprechzimmer betrat. Noch vor Jahren wäre der Hausarzt in diesem Moment verzagt. Herr Gabriel wäre der Grund für eine kleine morgendliche Krise gewesen. Jetzt war dieser spezielle Patient zu Dr. Kunzes mentaler Übung geworden. Diese Wandlung hatte der Arzt einer Selbsterfahrungsgruppe für Therapeuten zu verdanken.
Nachdem in jüngeren Jahren Dr. Kunze der Gruppe mehrfach sein Leid über bestimmte Patienten geklagt hatte, hatten andere Teilnehmer ihm geraten, jene Patienten, unter denen er zu stark litt, um einen Hausarztwechsel zu bitten. Entweder löste man sich von einem Patienten, der einem über Jahre die Nerven raubte oder man ließ ihn zu einer mentalen Übung werden, hatte der Gruppenleiter ergänzt. Eine Übung für Selbstbeherrschung und Gelassenheit, so der leitende Psychologe. Nur wenige Tage später bat Dr. Kunze zum ersten Mal nach zehn Jahren Praxistätigkeit zwei Patienten, sich einen anderen Hausarzt zu suchen. Nummer drei auf seiner speziellen Liste war Herr Gabriel gewesen. Aber der durfte bleiben und wurde von diesem Tage an zur psychologischen Übung für Dr. med. Anselm Kunze.
Herr Gabriel war etwas jünger als der Hausarzt und ein Patient der ersten Stunde, in des Wortes ursprünglicher Bedeutung. Dr. Kunze hatte noch keine Stunde in dem frisch tapezierten Sprechzimmer seiner nagelneuen Praxis behandelt, als Herr Gabriel auftauchte und sein siebter Patient wurde – Karteinummer 007. Das war ein Witz, denn Herr Gabriel war nichts weniger als ein durchtrainierter Superagent mit stahlharten Fäusten und ebensolchem Gemüt. Herr Gabriel war krank und brauchte eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – einen gelben Schein. Gleich an diesem ersten Tag.
An diesem ersten Tag wusste der frischgebackene Hausarzt allerdings noch nicht, dass dies achtundzwanzig Jahre so bleiben würde…

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Möchten Sie wissen, wie es mit Dr. med. Anselm Kunze weiter geht?

Hausarzt Dr. Kunze hört (nicht) auf - erscheint am 12. November 2010 als Taschenbuch im Verlag Leben&Schreiben zu einem Verkaufspreis von 12,- Euro.

Vorbestellen lohnt sich! Subskriptionspreis 10,- Euro

Wer bis zum 11. November 2010 einen 10-Euro-Schein an Leben&Schreiben, Am Rießel 12, 29549 Bad Bevensen einsendet, dem wird das Buch sofort nach Erscheinen kostenfrei zum Subskriptionspreis zugeschickt. Absender nicht vergessen!

Alles über Hausarzt Dr. Kunze als E-Book, siehe hier

1
Jun

Neuer Volksport: Coronarangiographie

categories Aktuelles    

Ärzte können gelegentlich zynisch sein, vor allem unter sich und besonders, wenn sie überarbeitet sind oder von den Umständen genervt (Verwaltung, Gesetzgebung, Krankenkassen usw.). Manchmal sind Ärzte auch öffentlich zynisch, Blogs, wie www.medizynicus.de oder www.monsterdoc.de und andere sprechen da eine herrlich witzige und deutliche Sprache.
Manch flotter Spruch ist unter Arztkollegen üblich und nicht ganz so gemeint, wie er über die Lippen kommt
“Nur eine entfernte Bandscheibe ist eine gute Bandscheibe” oder “Wer nicht schnell genug auf dem Baum ist, bekommt heutzutage ein CT” und dergleichen mehr.
Einer der neueren Sprüche lautet:
“Leute seid vorsichtig, schlaft nicht auf einer Parkbank ein, ihr könntet in einem Herzkatheter-Labor aufwachen.” weiterlesen