Was heißt eigentlich…Rekonvaleszenz?
In der Medizin ist Rekonvaleszenz die Phase nach einer Krankheit, in der Körper und Geist wieder erstarken.
Die Genesung ist zunächst das vorrangige Ziel des Kranken. Aber ist eine Krankheit überstanden, heißt das noch nicht, dass der seelische und körperliche Zustand von vor Beginn der Erkrankung wieder hergestellt ist. An die Phase der Genesung schließt sich die Phase des Wiederaufbaus der Kräfte an, damit ist keine Rehabilitation gemeint, die noch zur eigentlichen Krankheit gehört.
Rekonvaleszenz kann darin bestehen, dass der Genesene sich langsam wieder an normale Kost gewöhnt, ein gezieltes Trainingsprogramm durchführt, das die körperliche Belastung von kurzen Spaziergängen bis hin zu sportlicher Betätigung nach und nach steigert. Schließlich kann die Regeneration eine Phase der Motivation sein, in der Zuversicht und seelische Stabilität erarbeitet und erreicht werden.
Krankheit und Erholung dauern gleich lang
In unserer modernen, schnelllebigen Gesellschaft kommt die Rekonvaleszenz häufig zu kurz. Meistens reicht die Zeit nicht einmal, um die Krankheit vollständig auszuheilen, bevor es wieder zum Alltag übergeht. Dabei besagt eine alte Faustregel: Die Zeit der Erholung von einer Krankheit dauert mindestens ebenso lange wie die Zeit der Krankheit. Als erfahrener Hausarzt kann ich bestätigen, dass diese Regel immer noch gilt. Ihre praktische Umsetzung fordere ich häufig genug erfolglos ein. Fehlende Zeit zur Rekonvaleszenz ist meines Erachtens der Grund von wochenlang anhaltenden Infekten, die entweder nie ganz abklingen oder nach kurzer Pause wieder aufflackern. Das Gleiche gilt für verzögert funktionierende Gelenkimplantate oder rasch wiederkehrende Überforderungssymptome.
Angst um den Job verkürzt die Rekonvaleszenz
Häufig ist die Angst um den Arbeitsplatz der Grund für verkürzte oder fehlende Rekonvaleszenz. Aber hier gibt es Möglichkeiten zum Kompromiss, beispielsweise Wiedereingliederungsmaßnahmen mit verkürzter Arbeitszeit. Die Wiedereingliederung hat den Vorteil, dass der eben Genesene nicht gleich wieder voll arbeiten muss. Andererseits wird dem Arbeitgeber eine Teilzeitkraft von der Krankenkasse finanziert, da weiter Krankengeld gezahlt wird, solange die Wiedereingliederungsmaßnahme läuft.
Einfachere Tribute an die Phase der Rekonvaleszenz sind: früh schlafen gehen, im Haushalt nur das Wichtigste tun, Termine außerhalb der Arbeitszeit absagen, auf sportliche und sonstige Feierabendverpflichtungen vorübergehend verzichten.
Medikamente ersetzen Ruhe und Erholung nicht
Früher wurde der Kranke nach überstandener Lungenentzündung in ein Sanatorium geschickt, wenn er es sich leisten konnte. Heute werde ich als Hausarzt gefragt, nachdem ich ein Antibiotikum verordnet habe, ob mit dieser Medizin nicht zwei bis drei Tage Krankschreibung ausreichen.


März 21, 2009 














Wäre nett paar Beispile zu nennen, wie sollte so eine Rekonvaleszenz ausschauen – zB nach Antibiotika Einnahme, und wie lang. Unser Kinderarzt meint, unesere Tochter (9 Jahre alt) mit Mittelohnentzüngung die mit Antibiotika behandelt ist, kann schon werend der Antibiotika annahme in die Schule gehen. Von der folgende Rekonvaleszenz keine rede, obwohl sie als Reaktion auf die Antibiotika ein durchfall hat.
Grundsätzlich gilt: Rekonvaleszenz dauert so lange wie die Erkrankung gedauert hat. Antibiotika-Einnahme gilt dabei m.E. als Krankheitszeit.
Andererseits heißt das nicht, dass man so lange gar nichts machen darf. Es geht schon ein bisschen nach Gefühl und Schwere der Erkrankung.
In Ihrem Fall würde ich sagen, bis das Antibiotikum voll greift (etwa 5-6 Tage) häusliche Ruhe, danach Schule erlaubt, aber für eine weitere Woche kein Schulsport, kein Toben auf dem Schulhof, praktisch egal wie gut sich das Kind (oder der Erwachsene) fühlt.
Schnelle Krankheitsrückfälle kommen von zu kurzen Rekonvaleszenzen, bzw. heutzutage darf man ja nicht einmal krank sein, geschweige denn sich nach der Krankheit erholen.
Der andere Hausarzt