Was heißt eigentlich… Katheter?
Das Wort Katheter ist griechischer Herkunft und bedeutet frei übersetzt „Einführen“. In der Medizin werden Röhrchen oder Schläuche in Hohlorgane, Adern oder Ausführungsgänge eingeführt. Dieser Vorgang dient der Untersuchung oder der Behandlung. Am bekanntesten ist dem Laien sicher der Harnblasenkatheter zur Behandlung der Harninkontinenz. Früher wurde diese Art Katheter ausschließlich über die Harnröhre (Urethra) in die Blase eingeführt. Heutzutage kommt bei zu erwartender Langzeit-Katheterisierung immer häufiger der sogenannte suprapubische Katheter zum Einsatz. Hierbei wird ein Silikonschlauch in eine künstlich zu schaffende Öffnung oberhalb des Schambeins (Os pubis) durch den Unterbauch direkt in die Harnblase eingeführt. Pflegerisch ist dieser Zugang auf Dauer deutlich einfacher und problemloser zu handhaben als ein Harnblasenkatheter über den natürlichen Weg (Infektionsgefahr).
Der bekannteste Katheter zur Untersuchung (Diagnostik) einer Erkrankung ist wohl der Herzkatheter zur Darstellung der Herzkranzgefäße. Hier wird über die Leistenschlagader ein dünner Schlauch „rückwärts“ bis in die Herzkranzgefäße eingeführt und dort gezielt Röntgenkontrastmittel eingespritzt. Der mehr oder weniger freie Fluss dieses Kontrastmittels wird mittels Röntgenuntersuchung verfolgt und überprüft.
Zurzeit am meisten in der Diskussion steht der Katheter, der als PEG (perkutane endoskopische Gastrostomie) bezeichnet wird. Hierbei wird ein Kunststoffschlauch, kontrolliert durch eine Magenspiegelung, direkt durch die Bauchhaut in den Magen eingeführt.
[Perkutan= durch die Haut; endoskopisch=per Spiegelung; Gaster=Magen, Stoma=Mund]
Es handelt sich hierbei um einen therapeutischen Katheter, der die Ernährung eines Patienten mit Schluckstörungen (Bewusstseinsstörung, Lähmung, Tumor) sicherstellt. In der Diskussion steht diese Art der Katheterisierung vor allem bei der Versorgung Todkranker oder Sterbender. Ein Patient kann zwar auf diese Weise korrekt mit Nahrungsmitteln versorgt werden, aber diese Technik bewirkt häufig eine Verlängerung des Sterbens. Darüber hinaus kann das Legen einer PEG eine aktive Hilfe sein, die möglicherweise per Patientenverfügung nicht gewollt wurde. Demgegenüber kann das Entfernen einer PEG aktive Sterbehilfe bedeuten, und die ist in Deutschland verboten.
(Achtung: Katheter, nicht zu verwechseln mit Katheder, einer alten Bezeichnung für ein Pult.)


August 9, 2008 














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