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22 Jul |
Migränetherapie ohne Medikamente Heute in der Sprechstunde
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Heute entspann sich folgendes Telefonat zwischen Hausarzt und Patient:
Patient: Alles wieder in Ordung!
Hausarzt: Ist ja wunderbar!
Patient: Dann bis zum nächsten Mal. Hoffentlich nicht so bald.
Vorausgegangen war ein Arztbesuch des Patienten drei Wochen zuvor. Der Patient klagte darüber, dass seine Migräneanfälle wieder zugenommen hätten. Beschwerden häuften sich, die er längst überwunden glaubte. Er saß mir unglücklich gegenüber und wollte nach langer Zeit wieder seine Migränemittel verschrieben haben. Auf Nachfrage war folgendes geschehen:
Der Patient hatte knapp drei Monate im Ausland gearbeitet. Dort hatte er keine Zeit für seinen Ausdauersport. Normalerweise ist dieser Patient seit Jahren Jogger und Rennradfahrer. Durch den Auslandsaufenthalt wurde diese gesunde Gewohnheit unterbrochen und nach der Reise nicht wieder aufgenommen. Trägheit, Entwöhnung und allerhand Ausreden haben ihn davon abgehalten. Stattdessen fing er an unter Stress zu leiden, in diesem Zusammenhang muss man die Rückkehr seiner Migräne sehen. Meine hausärztliche Therapie bestand im Ausfüllen eines Privatrezepts, darauf stand 2x wöchentlich Joggen und Rad fahren. Offensichtlich hat diese Therapie angeschlagen, deswegen der fröhliche Anruf heute morgen.
Ausdauersport ist auch unter Fachleuten inzwischen eine anerkannte Migränetherapie.
Kommentare
3 Kommentare zu “Migränetherapie ohne Medikamente”
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Sie hatten selbst noch nie Migräne, oder? Und ob der genannte Patient eine hatte (eher vielleicht Spannungskopfschmerzen), ist fraglich.
Dass Ausdauersport bei Migräne helfen soll, hält sich leider als hartnäckiges Vorurteil. Bei den allermeisten Migränikern ruft Sport sogar einen Migräneanfall hervor! Und wenn es im Schädel pocht, ist Joggen wirklich das allerletzte, was man tun möchte.
Bei Migräne helfen, wenn überhaupt, Entspannungstechniken wie Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung; evtl. regulierende “Sportarten” wie Yoga oder Tai Chi.
Nach über 30 Jahren mit Migräne weiß ich, wovon ich spreche - da möchte ich von meinem Arzt nicht so ein “tolles” Rezept bekommen.
Hallo,
hier handelt es sich wohl um ein Missverständnis. Ich mute keinem Patienten einen Trainingslauf im Migräneanfall zu. Hier geht es eher um eine Lebens- und Kreislaufumstellung, die weit mehr als ein Jahr dauern kann und dann als Prophylaxe wirkt. Mein Beispiel war eine Person, die eigentlich im Training ist, und nur der Umstände halber aus dem Tritt geraten war. Warum Migräne häufig nicht als Prophylaxe wirkt, liegt auch a, Durchhaltevermögen der Betroffenen. Dies ist kein Vorwurf, ich kann das verstehen. Trotzdem bleibe ich dabei, eine Lebensumstellung mit konsequentem Einbau des Ausdauersport bietet eine große Chance, die Migräne zu lindern oder gar loszuwerden. Mit dieser Meinung stehe ich im übrigen nicht allein, das ist statistisch erwiesen.
Gruß
der-andere-hausarzt