12
Jul

aut idem–Das Kreuz mit dem Kreuz auf Deutschlands Rezepten.

categories Heute in der Sprechstunde    

Als Hausarzt bin ich immer wieder mit folgendem Problem konfrontiert:
Einer meiner Patienten hat bislang immer Delix plus von der Firma Sanofi-Aventis gegen seinen Bluthochdruck eingenommen. Heute bekommt er von seiner Apotheke überraschend Ramipril plus von der Firma Hexal ausgehändigt. Sein Problem ist das vieler deutscher Patienten: Sein Hausarzt, also ich, hat das Medikament auf dem Rezept nicht mit einem Kreuz gekennzeichnet.
Nur mit Kreuz im „aut idem“- Kästchen (aut idem = oder das Gleiche) links neben dem Medikament ist der Apotheker verpflichtet genau das Präparat ausgeben, das auf dem Rezept steht. Ist kein Kreuz im „aut idem“ – Kästchen vorhanden, muss zwar die identische Wirkstoffzusammensetzung gewährleistet sein, der Apotheker ist aber verpflichtet, dem Patienten eine der drei preisgünstigsten Varianten des Medikamentes auszuhändigen, die auf dem Markt verfügbar sind. Falls vorhanden, muss er neuerdings ein Präparat der Firma ausgeben, mit dem die Krankenkasse, die den Kopf des Rezeptes ziert, einen Rabattvertrag ausgehandelt hat. weiterlesen

10
Jul

Die Heilkraft der Bewegung 07

categories Heilkraft der Bewegung    

Warum sollen wir uns bewegen? Teil 2 Das Herz
Das menschliche Herz ist ein Muskel beinahe wie jeder andere Muskel im Körper. Die Arbeit eines Muskels besteht aus dem Wechselspiel von Zusammenziehen und Erschlaffen.
Das Herz ist ein Hohlmuskel, also ein Muskel, der sich um einen Rauminhalt herum zusammenzieht und erschlafft, in diesem Fall gefüllt mit Blut. Das rhythmische Wechselspiel führt zu einem Pumpmechanismus, der wiederum dem Transport des Blutes dient. Die Transportrichtung wird durch die Herzklappen bestimmt, ihre Ventilfunktion lässt nur eine Flussrichtung für das Blut zu. Die Klappen selbst wiederum werden von speziellen Muskelfasern geöffnet und geschlossen. weiterlesen

8
Jul

Die Heilkraft der Bewegung 06

categories Heilkraft der Bewegung    

Warum sollen wir uns bewegen? Teil 1: Grundlage
Am Anfang dieser Artikelserie haben wir festgestellt, dass Bewegung und Sport einen positiven Einfluss auf Körper, Geist und Seele haben. Das war eine Behauptung, die erst noch untermauert werden muss. Dies soll in den folgenden Artikeln geschehen.
Beginnen wir mit den positiven Auswirkungen von Bewegung auf den Körper und hier zunächst auf Herz und Kreislauf.
Das einwandfreie Funktionieren des Herz-Kreislaufsystems mit seinen Bestandteilen, Herz, Schlagadern, Kapillaren und Venen hängt sehr stark von einem guten Blutfluss ab. Das Herz pumpt das Blut in den Kreislauf. In den Schlagadern wird die Druckwelle vom Herzen aufgenommen und aktiv aufrecht erhalten. Durch die schlagaderseitigen Kapillaren (Arteriolen) fließt das Blut bis in die mikroskopische Welt der Zellenebene. Von dort wird es in den venösen Kapillaren (Venolen) gesammelt und in die Venen geleitet. Die Venen sorgen für den Rücktransport zum Herzen.
Wie in Die Heilkraft der Bewegung 05 beschrieben gehört zu diesem Transportweg des Blutes sehr viel Muskelarbeit. Sehen wir uns im nächsten Artikel dieser Serie die Muskelarbeit des Herzens genauer an.

5
Jul

Monatliche Kolumne gestartet

categories Aktuelles    

Ab heute präsentiert Der andere Hausarzt den ersten Beitrag zur Kolumne des Monats
“Dr. Kunze hört (nicht) auf”. (siehe Themen)

Dr. med. Anselm Kunze praktiziert als Hausarzt in eigener Praxis. Sein sechzigster Geburtstag liegt hinter ihm. Immer häufiger schleichen sich Gedanken an den Ruhestand in seinen Alltag. Er hat viel erlebt und gesehen in den letzten dreißig Jahren, was die ambulante medizinische Versorgung betrifft. Krankenkassen, Standesorganisationen, Politiker, die Pharmaindustrie, Patienten und Arztkollegen waren seine Partner, Freunde, Widersacher und Feinde. Eigentlich ist er der Meinung – es reicht.
Eigentlich. Einerseits.
Andererseits ist er Arzt mit Leib und Seele – Hausarzt! Ein Säugling, der ihn mit zahnlosem Mund anstrahlt, der Dank eines Patienten mit Tränen der Erleichterung in den Augen, ein Hausbesuch in gemütlicher Atmosphäre, am Kachelofen, mit Tee und – ausnahmsweise – einer Zigarre. Das anrührende Wiedersehen mit einer hübschen Frau oder einem gestandenen Mann nach Jahren in der Fremde, zuletzt untersucht als Kinder, über und über mit Windpocken bedeckt. Eine gekittete Ehe, ein geschlichteter Vater-Sohn-Konflikt und, und, und.
So schwankt Dr. Kunze zwischen der Sehnsucht nach Ruhestand, dem Ärger über die Steine, die einem Hausarzt heutzutage in den Weg gelegt werden und der dankbaren Praxisarbeit, die er vielleicht doch vermissen würde. Sicher. Wahrscheinlich.
Jeden Monat erhalten die Leser dieser Kolumne Einblick in Dr. med. Anselm Kunzes aktuellen Gemütszustand. Schließt er seine Praxis, oder macht er weiter?

5
Jul

Dr. Kunze hört (nicht) auf 1

categories Kolumne des Monats    

Juli 2008
Dr. Kunze überall
Schwitzend hetzte Dr. med. Kunze über den Flur seiner Praxis. Im Verbandsraum hatte er eben mit feiner Pinzette einen Splitter unter einem Fingernagel hervorgezogen. Das zu dem kleinen Finger gehörende Mädchen schrie herzerweichend. Vorn am Empfangstresen warteten seine Helferinnen ungeduldig auf Unterschriften. Im EKG-Raum zog sich gerade Herr Walter aus, bereit zum Belastungstest auf dem Standfahrrad. Im Sprechzimmer 1 saß Frau Brahm und hoffte darauf, um das Wiegen herumzukommen. Frau Kehler dachte in Sprechzimmer 2 an die bevorstehende Spritze, Herr Baumann im Labor an einen frischen Verband für sein lädiertes Knie und die Kinder der Familie Kreutzer lärmten in der Zwischenwartezone. Sie kamen zur Impfung.
„Sitzt Herr Walter schon auf dem Fahrrad?“
Dr. Kunze huschte mit seinem Kugelschreiber über Rezepte und Überweisungen, blickte fragend über seinen Brillenrand und spürte wieder den bereits seit einer Stunde zwickenden Hunger.
„Noch nicht ganz. Eine Minute noch.“
Arzthelferin Christine umschloss das Mikrophon ihres Headsets mit der Faust, während sie ihrem Chef antwortete.
Wie kommt all dieser neumodische Kram in meine Praxis, fragte sich Dr. Kunze, hatte er derlei Anschaffungen überhaupt genehmigt? Sein Kugelschreiber flog über die Rezepte, seine Augen erfassten kurz, was er da unterschrieb, während seine Ohren Christines Fortsetzung zu folgen versuchten.
„Wenn Frau Brahm wirklich nur zur Gewichtskontrolle kommt, könnten wir sie vielleicht schnell vorziehen. Sie sitzt schon im Sprechzimmer.“
Christine dachte mit, das gefiel dem Hausarzt. Also rauf auf die Waage mit der fülligen Brahm, dann das Belastungs-EKG, dann eine Tasse Kaffee und ein Brötchen, dann der Verband, dann die Impfungen…

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Möchten Sie wissen, wie es mit Dr. med. Anselm Kunze weiter geht?

Hausarzt Dr. Kunze hört (nicht) auf - erscheint am 12. November 2010 als Taschenbuch im Verlag Leben&Schreiben zu einem Verkaufspreis von 12,- Euro.

Vorbestellen lohnt sich! Subskriptionspreis 10,- Euro

Wer bis zum 11. November 2010 einen 10-Euro-Schein an Leben&Schreiben, Am Rießel 12, 29549 Bad Bevensen einsendet, dem wird das Buch sofort nach Erscheinen kostenfrei zum Subskriptionspreis zugeschickt. Absender nicht vergessen!

Alles über Hausarzt Dr. Kunze als E-Book, siehe hier

4
Jul

Was heißt eigentlich… Polio?

categories Was heißt eigentlich...?    

Das Wort „Polio“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „grau“. So, für sich gesehen, sagt dieses Kurzwort wenig aus. Im deutschen Sprachgebrauch steht Polio aber für Poliomyelitis, der sogenannten Kinderlähmung.
Der zweite Wortteil „Myelitis“ setzt sich aus Myelon (Mark) und der Endung “itis” zusammen, die für Entzündung steht. Die Poliomyelitis ist also eine Entzündung des grauen Rückenmarks, ausgelöst durch eine Virusinfektion.
Da in früheren Zeiten (vor der Impfung) die Durchseuchung der Bevölkerung so hoch war, dass man als Erwachsener entweder die Poliomyelits durchlitten oder unbemerkt eine Immunität ausgebildet hatte, betraf die Erkrankung beinahe ausschließlich Kinder. Sie trugen Lähmungen mehr oder minder starken Ausmaßes davon. Deswegen Kinderlähmung. Was nicht heißt, dass man diese Krankheit nicht auch noch im hohen Alter erleiden kann, beispielsweise als ungeimpfter Tourist in Asien.

2
Jul

Wann ist ein Blutdruck zu hoch?

categories Heute in der Sprechstunde    

Heute habe ich in der Sprechstunde wieder erleben dürfen, wie variantenreich das Thema Blutdruck diskutiert wird. Allein die Streitfrage um die Grenzwerte ist dabei nicht einfach zu beantworten. Ärzte und Patienten haben hier durchaus unterschiedliche Meinungen untereinander, miteinander und gegeneinander.
Dem überaus korrekten Herzspezialisten ist 135/90 mmHg zu hoch (Erklärung der Maßeinheit, siehe Rubrik  Was heißt eigentlich… RR?). Der gelassene Hausarzt stört sich nicht an 150/80 mmHg, der sorglose nicht an 170/110 mmHg. Der Eine sagt, der zweite Wert soll möglichst niedrig sein, der Nächste behauptet, darauf kommt es nicht an, einzig der Abstand zwischen den beiden Werten sollte nicht zu groß sein.
Was heißt nun aber Bluthochdruck? weiterlesen

1
Jul

Hermann und Luise

categories Bücher    

Hermann und LuiseDie Geschichte einer besonderen Liebe.
Zwei Menschen - zwei Lebensläufe, die schließlich einander begegnen. Beide sind über fünfzig Jahre alt, beide haben ihre eigene Geschichte, haben Freude und Kummer erlebt. Als die Krebsdiagnose über sie hereinbricht, ist ihre Zukunft ungewiss. In dieser Zeit lernen Hermann und Luise sich kennen. Ihr Leben erfüllt sich in einer wunderschönen Liebesgeschichte, in der die Trauer um den möglichen Verlust durch das lebendige Glück getragen wird.

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