Die Heilkraft der Bewegung 04
Bevor wir auf die Bewegung und deren Heilkraft selbst eingehen, müssen zwei Fragen geklärt werden.
1. Was ist eine Energiebilanz? und
2. Wie funktioniert unsere Herz-Kreislaufsystem?
zu 1.) Was ist eine Energiebilanz?
Die Energiebilanz des menschlichen Körpers ist nichts anderes als beispielsweise die Außenhandelsbilanz der Bundesrepublik Deutschland. Der Import (Einfuhr) entspricht dabei unserem Essen und Trinken, der Export (Ausfuhr) dem Kalorienverbrauch durch Grundumsatz plus Bewegung und Arbeit. Grundumsatz ist diejenige Menge an Kilokalorien, die verbraucht wird, ohne dass wir mehr tun, als einfach nur zu Leben. Die Höhe des Grundumsatzes ist abhängig von Körpergröße und Alter. Sie liegt etwa zwischen 1400 und 1800 kcal pro Tag.
Je nachdem welche Seite der Bilanz überwiegt, ändert sich unser Gewicht. Zeigt der Saldo ein Zuviel an Einfuhr nehmen wir zu, zeigt er ein Zuviel an Ausfuhr nehmen wir ab. Halten sich Ein- und Ausfuhr die Waage, bleibt unser Gewicht stabil. Damit gilt für Übergewichtige das gleiche Ziel wie für die deutsche Außenhandelsbilanz: der Export sollte überwiegen.
Das eben beschriebene Prinzip der Energiebilanz trifft mit einer Einschränkung zu, die zusammenfassend mit dem Begriff Sollgewicht erklärt werden kann.
Was ist mit Sollgewicht gemeint?
Der menschliche Körper ist grundsätzlich bestrebt, sein Gewicht konstant zu halten. Nicht jede Saldenverschiebung bringt sofort auch dauerhafte Veränderungen im Gewicht. Wenn wir also an einem Tag unserer Esslust nachgeben, ohne uns entsprechend zu bewegen, werden wir nicht sofort auf Dauer zunehmen. Dieses Prinzip gilt auch umgekehrt. Trotz reduzierter Kost oder Steigerung der Bewegung bei gleichbleibender Kost, werden wir nicht sofort abnehmen. Der Körper wird zunächst bestrebt sein, das Gewicht zu halten, selbst wenn dieses Gewicht ein deutliches Übergewicht ist. Der Körper sieht sein derzeitiges Gewicht als Sollgewicht an, das er nur ungern ändert. Nur auf deutlichen und anhaltenden Druck wird dieser Sollwert verändert. Wir müssen also Tage bis Wochen konsequent sein, um überhaupt eine Veränderung des Gewichts zu erreichen. Darüber hinaus müssen wir dem Körper mit konsequentem Halten des Gewichtes nach einer Gewichtsabnahme zeigen, dass wir ein neues Sollgewicht wollen. Im anderen Fall erleiden wir das sogenannte Fahrstuhlgewicht – rauf-runter, rauf-runter.
In der Regel ist eine Gewichtszunahme deutlich leichter geschehen als eine Gewichtsabnahme. Das liegt nicht daran, dass das Prinzip der Bilanz außer Kraft gesetzt ist, sondern daran, dass es in der Regel leichter ist, zu viel zu essen als zu wenig (Ausnahmen, wie im Falle der Magersucht, bestätigen wie immer die Regel).
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Juni 26, 2008 














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